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Was ist der Abendstern und wie handelt man ihn?

13 février 2026
24 min de lecture
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Der Abendstern: Trader-Leitfaden für eine bärische Umkehr

Wissensquiz

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Aus wie vielen Kerzen besteht das Abendstern‑Muster?

Der Abendstern ist eine der stärksten japanischen Kerzenformationen, um eine bärische Umkehr zu identifizieren. Wenn Sie der Technischen Analyse folgen, haben Sie von diesem Chartmuster vermutlich schon gehört. Und das aus gutem Grund: Es erscheint regelmäßig auf allen Märkten — Aktien, Krypto, Indizes, Forex — und kann Ihnen eine bevorstehende Abwärtsbewegung signalisieren.

Aber Achtung: Die Definition des Abendsterns zu kennen, reicht nicht, um davon zu profitieren. Man muss verstehen, warum dieses Muster funktioniert, wann man es nicht handeln sollte und vor allem, wie man es in ein rigoroses Risikomanagement integriert. Genau das zerlegen wir gemeinsam in diesem Leitfaden.

Hier ein Überblick über die wichtigsten Punkte, die Sie entdecken werden:

Abschnitt Kerninhalt
Definition des Musters Struktur der 3 Kerzen und bärische Logik
Gültigkeitsbedingungen Aufwärtstrend, Widerstand, Qualität der Kerzen
Visuelle Identifikation Wie man den Abendstern im Chart erkennt
Einstiegsstrategien 3 Methoden, um den Abendstern vorsichtig zu handeln
Risikomanagement Stop-Loss, Take-Profit und Positionsgröße
Varianten und Fallen Doji-Abendstern, Verwaistes Baby, Fehlsignale

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  • Der Abendstern ist eine bärische Umkehr aus 3 Kerzen: eine bullische Kerze, eine Unentschlossenheitskerze (kleiner Körper), dann eine bärische Kerze
  • Dieses Chartmuster funktioniert nur in einem klar identifizierten Aufwärtstrend
  • Die Qualität der dritten Kerze (ihr Schlusskurs und ihre Amplitude) bestimmt die Zuverlässigkeit des Signals
  • Der Preiskontext (Widerstand, Überdehnung der Bewegung) erhöht Ihre Gewinnchancen drastisch
  • Risikomanagement ist wichtiger als das Muster selbst: Definieren Sie immer Ihren Stop-Loss vor dem Einstieg
  • Es gibt mehrere Varianten (Doji, Verwaistes Baby), die die Interpretation des Musters leicht verändern

Wichtige Fakten, die Sie vor der Anwendung kennen sollten

Was das Muster anzeigt (Marktpsychologie)

Der Abendstern erzählt eine Geschichte: die eines Aufwärtstrends, der nach und nach an Kraft verliert. Während der ersten bullischen Kerze kontrollieren die Käufer den Markt. Die Preise steigen mit Überzeugung.

Dann kommt die zweite Kerze, die der Unentschlossenheit. Die Verkäufer treten auf und säen Zweifel. Der Preis gibt nach, der Körper wird klein. Der Markt fragt sich: Steigen wir weiter oder kippen wir?

Schließlich beantwortet die dritte Kerze die Frage. Jetzt gewinnt der bärische Trend die Oberhand. Die Verkäufer drücken den Schlusskurs deutlich tiefer. Und Sie als Trader beobachten diese Wende der Dynamik. Das ist der Moment, in dem die kollektive Psychologie kippt: Die Käufer ziehen sich zurück, die Verkäufer greifen an.

Wann das Signal am zuverlässigsten ist (Trend + Zone)

Alle Chartmuster funktionieren besser in einem klaren Kontext. Für den Abendstern lautet dieser Kontext: ein bestätigter Aufwärtstrend + eine glaubwürdige Umkehrzone.

Den Aufwärtstrend erkennen Sie, indem Sie eine Linie durch die aufeinanderfolgenden Tiefs ziehen: Sind sie jeweils höher? Dann haben Sie einen Aufwärtstrend. Andernfalls vergessen Sie das Signal.

Die Umkehrzone kann sein: ein horizontaler Widerstand (ein Preis, an dem der Markt mehrfach abgeprallt ist), ein psychologisches Niveau (runde Zahl wie 100, 1000), oder eine Überdehnung der Bewegung (der Preis ist 20%, 30% ohne Korrektur gestiegen).

Sie haben Abendstern + Trend + Zone? Dann steht ein echtes Trading-Setup vor Ihnen.

Punkte, die das Signal ungültig machen (Fehlstarts)

Der Abendstern ist keine Garantie. Er kann ein Fehlsignal sein. Das macht das Muster ungültig:

  • Eine sofortige bullische Erholung: Steigt der Preis wieder über das Hoch des Abendsterns, bevor sich der Abwärtstrend bestätigt, ist das Signal annulliert.
  • Fehlender bärischer Folgeeffekt: Dem Abendstern muss mindestens einmal ein tieferer Schlusskurs folgen, sonst ist es nur Rauschen.
  • Ein Range-Markt (ohne klaren Trend): Erkennen Sie einen Abendstern, während der Preis seitwärts pendelt, gehen Sie ein unnötiges Risiko ein.
  • Extrem geringe Liquidität: Besonders bei manchen Altcoins kann ein Muster entstehen und durch einen einzigen großen Kauf sofort gebrochen werden.

Was ist der Abendstern in japanischen Kerzencharts?

Definition des Musters (bärische Umkehr)

Der Abendstern ist eine Chartformation aus drei aufeinanderfolgenden Kerzen. Es ist ein bärisches Umkehrmuster, das nach einem Aufwärtstrend auftritt und in der Regel eine bevorstehende Abwärtsbewegung ankündigt.

Diese japanische Kerzenformation bildet sich nur nach einem signifikanten Preisanstieg. Sie kann nicht irgendwo im Chart erscheinen. Genau diese Bedingung macht sie zuverlässig: Sie zeigt, dass der Markt gestiegen ist und nun seine Meinung ändert.

Im Gegensatz zu anderen, teils komplexen Mustern ist der Abendstern einfach zu erkennen, sobald Sie seine 3 Kerzen verstanden haben.

Die 3 Kerzen, aus denen die Formation besteht

Erste Kerze (bullisch und stark): Eine lange bullische Kerze. Sie zeigt, dass die Käufer die Kontrolle haben. Der Körper dieser ersten Kerze sollte solide sein, ohne Zögern. Stellen Sie sich einen starken Impuls nach oben vor.

Zweite Kerze (Unentschlossenheit): Das Herz des Musters. Diese zweite Kerze hat einen kleinen Körper (bullisch oder bärisch, egal). Sie eröffnet in der Fortsetzung der ersten Kerze (oder mit kleinem Gap), schließt aber nicht über der Eröffnung der ersten Kerze. Der Preis steigt und fällt dann zurück. Die Unentschlossenheit des Marktes wird sichtbar.

Dritte Kerze (bärisch und stark): Hier übernehmen die Verkäufer. Die dritte Kerze schließt deutlich tiefer. Ihre Amplitude sollte ausreichen, um eine echte bärische Überzeugung zu zeigen.

Strenge Regel vs. flexible Regel (Schlussniveau der 3. Kerze)

Es gibt zwei Wege, die Gültigkeit des Abendsterns zu interpretieren — je nach gewünschter Strenge.

Die strenge Regel verlangt, dass die dritte Kerze unterhalb der Mitte des Körpers der ersten Kerze schließt. Das ist die klassische Definition der traditionellen japanischen Kerzen. Diese Variante ist sehr selektiv: Sie verwirft viele Signale, die verbleibenden sind jedoch von höherer Qualität.

Die flexible Regel verlangt lediglich einen signifikant tieferen Schluss der dritten Kerze ohne exakten Schwellenwert. Das ist flexibler, erhöht aber die Zahl der Fehlsignale. Sie erfassen mehr Trades, aber mit geringerer Trefferquote.

Als besonnener Anleger empfehle ich für den Einstieg die strenge Regel. Weniger Trades, aber mehr Vertrauen in Ihre Setups.

Wie sieht ein Abendstern aus?

Kerze 1: bullischer Impuls (langer Körper)

Die erste Kerze muss zweifelsfrei bullisch sein. Achten Sie auf ihre Struktur: Der Körper (Distanz zwischen Eröffnung und Schluss) sollte lang und ohne Zögern sein. Der untere Schatten kann sehr kurz oder fast nicht vorhanden sein. Der obere Schatten sollte minimal sein.

Diese erste Kerze repräsentiert einen Tag (oder eine Stunde, je nach Zeitrahmen), in dem der Preis kräftig gestiegen ist. Die Käufer dominierten von Anfang bis Ende.

Kerze 2: Unentschlossenheit (kleiner Körper, Spinning Top oder Doji)

Die zweite Kerze ändert den Charakter vollständig. Ihr Körper wird klein. Sie kann ein Doji sein (Eröffnung und Schluss fast auf demselben Niveau), ein Spinning Top (kleine Kerze mit langen Schatten) oder einfach eine bullische oder bärische Kerze mit kleinem Körper.

Wichtig ist, dass diese zweite Kerze Zweifel zeigt. Der Preis steigt über die erste Kerze hinaus (oder trifft sie), hält jedoch nicht. Er fällt zurück. Die Verkäufer greifen ein.

Kerze 3: bärischer Umschwung (langer Körper)

Die dritte Kerze ist das Urteil. Sie ist bärisch und solide. Ihr Körper sollte lang genug sein, um zu zeigen, dass der Abwärtstrend wirklich beginnt. Sie schließt deutlich tiefer als sie eröffnet hat.

Ideal ist ein Schluss unterhalb der Mitte der ersten Kerze (strenge Regel). Sie kann sogar das Tief der zweiten Kerze unterschreiten.

Visuelle Anhaltspunkte zum Einzeichnen (Hoch der Formation, Mitte der Kerze 1)

Um den Abendstern im Chart klar zu identifizieren, zeichnen Sie zwei mentale (oder echte) Linien ein:

  • Das Hoch der Formation: meist das Hoch der zweiten Kerze. Ein Anstieg über dieses Niveau würde das Signal invalidieren.
  • Die Mitte des Körpers der ersten Kerze: der Schwellenwert, an dem Sie prüfen, ob die dritte Kerze wirklich darunter schließt (strenge Regel).

Diese Anhaltspunkte helfen, Ihr Chartmuster visuell zu qualifizieren und objektiver zu entscheiden.

Unverzichtbare Bedingungen zur Validierung des Musters

Einen echten Aufwärtstrend vor dem Signal identifizieren

Das ist die Grundlage. Ohne klaren Aufwärtstrend kein Handel eines Abendsterns. Wie identifizieren Sie ihn?

Über die Struktur: Ziehen Sie eine Linie durch die aufeinanderfolgenden Tiefs. Steigen sie an? Ziehen Sie eine Linie durch die Hochs. Steigen sie ebenfalls? Wenn ja, liegt ein Aufwärtstrend vor.

Über gleitende Durchschnitte (optional): Ein kurzfristiger GD (z. B. 20 Perioden) über einem längerfristigen GD (50 oder 200 Perioden) bestätigt den Aufwärtstrend. Nicht zwingend — die Struktur hat Vorrang.

Ohne vorangehenden Trend ist ein Abendstern nur grafisches Rauschen. Das ist Ihre erste Prüfung, noch bevor Sie die 3 Kerzen betrachten.

Nach einer glaubwürdigen Umkehrzone suchen

Der Abendstern funktioniert besser, wenn er an einer sinnvollen Stelle im Chart erscheint. Die zuverlässigsten Zonen sind:

Ein horizontaler Widerstand: ein Preis, an dem der Markt mehrmals gescheitert ist. Bildet sich Ihr Abendstern genau dort, ist das Signal verstärkt. Verkäufer wissen, dass darüber eine psychologische Barriere liegt.

Ein psychologisches Niveau: runde Zahlen (100, 1000, 50000 beim Bitcoin etc.) wirken wie Magnetzonen. Trader und Investoren setzen dort Ziele. Ein Abendstern bei 50000 auf Bitcoin hat mehr Gewicht als bei 49500.

Eine überdehnte Bewegung: ist der Preis lange (15%, 20%, 30%) ohne Korrektur gestiegen, erscheint der Abendstern zu einem Zeitpunkt, an dem die übermäßige Volatilität „eingehegt“ werden muss. Ideales Timing für eine Umkehr.

Ohne eine dieser Zonen sind Sie im Niemandsland. Ihr Stop-Loss wird vage, Ihre Risiken unsicher.

Die Qualität der 3. Kerze prüfen

Die dritte Kerze ist Ihr Vertrauensbarometer. Je solider sie ist, desto berechtigter ist Ihr Handeln. Prüfen Sie:

  • Ihren Schlusskurs: Schließt sie deutlich tiefer als sie eröffnet? Gibt es echte bärische Überzeugung?
  • Ihre Amplitude: Ist sie im Vergleich zu den ersten beiden Kerzen ähnlich groß oder größer? Eine sehr kleine dritte Kerze verwässert das Signal.
  • Ihre Schatten: Hat sie einen langen unteren Schatten (Reversal/Abpraller) oder schließt sie nahe ihrem Tief (Überzeugung)? Ein Schluss nahe dem Tief ist für Bären überzeugender.

Ist die dritte Kerze schwach, zögern Sie. Warten Sie eine zusätzliche Bestätigung, bevor Sie eine Position eröffnen.

Die Rolle des Volumens je nach Markt (Aktien, Indizes, Krypto, Forex)

Volumen liefert eine zusätzliche Bestätigung. Leider ist es nicht auf allen Märkten verfügbar.

Bei Aktien und Indizes: Prüfen Sie, ob die dritte Kerze von hohem Volumen begleitet wird. Das belegt die Motivation der Verkäufer.

Bei Krypto: Volumen existiert (auf guten Plattformen) und folgt im Großen und Ganzen derselben Logik wie bei Aktien.

Beim Forex: Es gibt kein zentrales Volumen im traditionellen Sinn. Sie verlassen sich allein auf die Kerzenstruktur und den Kontext.

Kurz gesagt: Wenn Sie Zugang zum Volumen haben, nutzen Sie es zur Validierung. Wenn nicht, suchen Sie es nicht — die Struktur des Abendsterns genügt.

Varianten des Abendsterns, die Sie kennen sollten

Abendstern mit Doji

Wenn die zweite Kerze ein Doji ist (Eröffnung und Schluss nahezu identisch, mit Schatten), spricht man von einem Doji‑Abendstern. Dieses Doji verstärkt die Idee der Unentschlossenheit.

Warum? Weil ein Doji zeigt, dass der Markt keine Richtung durchsetzen kann. Käufer und Verkäufer sind im Gleichgewicht. Das ist noch aussagekräftiger als ein kleiner bullischer oder bärischer Körper.

Der Doji‑Abendstern gilt oft als zuverlässiger als der Standard‑Abendstern. Er erscheint seltener, aber wenn er auftritt, sollten Sie ihn ernst nehmen.

Verwaistes Baby

Das Verwaiste Baby ist eine seltene, extreme Variante des Abendsterns. Hier hat die zweite Kerze nicht nur einen kleinen Körper — sie ist durch Gaps von den beiden anderen Kerzen getrennt.

Erste Kerze bullisch, dann Gap nach oben, zweite Kerze Doji, dann Gap nach unten, dritte Kerze bärisch. Das ist visuell spektakulär und zeigt einen echten Wechsel der Marktordnung.

Auf manchen Märkten ist dieses Muster selten (insbesondere im Forex, wo nächtliche Gaps zwar vorkommen, aber nicht exakt diese Konfiguration). Auf Aktien und Krypto ist es leichter zu identifizieren und sehr kraftvoll, wenn es sich bildet.

Abendstern vs. Shooting Star (nicht verwechseln)

Der Shooting Star ist ein Chartmuster aus nur einer Kerze: ein kleiner Körper mit langem oberen Schatten. Er kann nach einem Aufwärtstrend erscheinen und hohe Preise zurückweisen.

Der Abendstern hingegen hat 3 Kerzen. Zwei unterschiedliche Muster. Der Shooting Star ist weniger robust; der Abendstern bietet mehr Bestätigung.

Verwechseln Sie sie nicht. Ein einzelner Shooting Star? Weniger zuverlässig. Ein kompletter Abendstern? Deutlich relevanter.

Abendstern vs. Bearish Engulfing / Dark Cloud Cover

Das Bearish Engulfing ist eine Formation, bei der die zweite Kerze die erste vollständig umschließt. Ein starkes Muster, aber ein anderes als der Abendstern.

Die Dark Cloud Cover ist ein Muster, bei dem die zweite (bärische) Kerze in die erste (bullische) eindringt, sie aber nicht komplett überdeckt. Eine Art halbes Engulfing.

All diese Muster sind bärische Umkehrsignale, unterscheiden sich jedoch in Struktur und Wahrscheinlichkeit. Den Abendstern definiert die Unentschlossenheit der zweiten Kerze — nicht das Umhüllen.

Abendstern vs. Morgenstern (bullische Variante)

Der Morgenstern ist das genaue Gegenstück zum Abendstern. Er erscheint nach einem Abwärtstrend und kündigt eine bullische Umkehr an. Seine 3 Kerzen: starke bärische Kerze, kleine (Unentschlossenheit), dann starke bullische Kerze.

In diesem Leitfaden konzentrieren wir uns auf den Abendstern (bärische Umkehr). Der Morgenstern folgt denselben Prinzipien — nur gespiegelt. Beherrschen Sie das eine, fällt das andere leicht.

Wie man einen Abendstern im Chart identifiziert

Schnell-Checkliste in 7 Punkten

Bevor Sie auf einen Abendstern reagieren, gehen Sie diese Checkliste durch:

  • Klar etablierter Aufwärtstrend vor dem Muster? (Höhere Tiefs und höhere Hochs)
  • Erste Kerze lang und bullisch? (Langer Körper, ohne Zweifel)
  • Zweite Kerze mit kleinem Körper? (Doji, Spinning Top oder kleiner bull./bär. Körper)
  • Dritte Kerze lang und bärisch? (Langer Körper, tiefer Schluss)
  • Dritte Kerze schließt unterhalb der Mitte der ersten? (Strenge Regel)
  • Widerstandszone oder überhitzter Aufwärtstrend-Kontext? (Das Muster steht nicht isoliert)
  • Volumen auf der dritten Kerze vorhanden? (Falls auf Ihrem Markt verfügbar)

Sie haben 7/7? Ein echtes Setup. 6/7? Gültig, aber weniger optimal. Weniger als 6? Warten Sie auf eine andere Chance.

Häufigste Lesefehler

Range-Markt: Sie erkennen einen Abendstern, aber der Preis pendelt seitwärts. Kein Aufwärtstrend. Falle. Umkehrmuster funktionieren nur in einem etablierten Trend.

Kerze 2 zu „groß“: Hat die zweite Kerze einen langen, klaren Körper, ist es kein echter Abendstern. Eher ein Engulfing oder ein einfaches Reversal. Unentschlossenheit erkennt man an einem kleinen Körper.

Kerze 3 zu schwach oder ohne überzeugenden Schluss: Eine dritte Kerze, die fast auf Eröffnungsniveau schließt, oder mit großem Körper, aber langem unteren Schatten (teilweise Zurückweisung), verwässert das Signal. Das ist Zögern, keine echte bärische Überzeugung.

Signal mitten im Nirgendwo: Der Abendstern bildet sich ohne Widerstand oder strukturelle Zone. Isoliertes Signal. Meiden. Die besten Trades entstehen an relevanten Niveaus.

Validierung durch Marktstruktur

Schauen Sie über die 3 Kerzen hinaus — auf das Davor und Danach.

Bruch einer kurzfristigen Unterstützung: Unterschreitet die dritte Kerze eine lokale Unterstützung (ein jüngstes Tief), ist das eine zusätzliche Bestätigung, dass die Umkehr läuft.

Polaritäswechsel: Ein vorheriges Hoch (ein Niveau, das der Markt nicht überwinden konnte) wird nun zum Widerstand. Ein Beleg für den Trendwechsel.

Die Marktstruktur bereichert Ihre Lesart. Verlassen Sie sich nicht nur auf die 3 Kerzen.

Bestätigung mit Indikatoren (optional, zu testen)

Indikatoren können Ihren Abendstern bestätigen, sind aber nicht zwingend. Testen Sie diese, wenn Sie eine zusätzliche Ebene möchten:

Gleitende Durchschnitte: Nähert sich der Preis einem fallenden GD (z. B. 50 SMA), bestätigt das die nachlassende bullische Dynamik.

RSI (Relative Strength Index): Ein RSI über 70 signalisiert Überhitzung. Erscheint Ihr Abendstern dort, stärkt das das Signal. Eine bärische Divergenz (höherer Preis, aber niedrigerer RSI) verstärkt weiter.

MACD: Verliert der MACD an Schwung (kürzere Histogrammbalken), wenn der Abendstern erscheint, ist das ein Zeichen für nachlassenden Aufwärtstrend.

Bollinger-Bänder: Berührt der Preis das obere Band und prallt ab, und Ihr Abendstern bildet sich dort, deutet das auf eine Zurückweisung hoher Preise hin.

Nochmals: Diese Indikatoren helfen, entscheiden aber nicht. Die Struktur hat Priorität.

Wie man den Abendstern handelt

Methode 1: Einstieg beim Schluss der 3. Kerze (aggressiv)

Das ist der direkteste Weg, den Abendstern zu handeln. Sobald die dritte Kerze schließt, verkaufen Sie (oder gehen short — je nach Markt und Stil).

Mindestbedingungen: Sie haben die 7 Punkte Ihrer Checkliste validiert. Der Abendstern ist solide, die Zone ist relevant, die dritte Kerze schließt mit Überzeugung.

Vorteile: Sie steigen schnell ein. Sie verpassen den Beginn der Abwärtsbewegung nicht. Sie erfassen den Großteil des Trends.

Risiken: Der Markt kann in den folgenden Minuten oder Stunden sofort zurückfedern. Sie können schnell ausgestoppt werden. Daher „aggressiv“.

Methode 2: Einstieg beim Bruch des Tiefs der 3. Kerze (konservativ)

Sie warten, bis der Preis das Tief (Low) der dritten Kerze unterschreitet, um die Abwärtsbewegung zu bestätigen.

Auslösung: Eine oder zwei Kerzen nach dem Abendstern fällt der Preis unter das Low von Kerze 3. Das ist Ihr Einstiegssignal.

Anti‑Fehlsignal‑Filter: Steigt der Preis vor dem Bruch des Lows über das Hoch des Abendsterns, ignorieren Sie das Signal. Es ist invalidiert.

Vorteile: Zusätzliche Bestätigung. Manche Fehlsignale werden eliminiert. Höhere Trefferquote.

Nachteile: Späterer Einstieg. Ein Teil der Anfangsbewegung wird verpasst.

Methode 3: Einstieg beim Pullback nach dem Bruch (geduldig)

Die Strategie des geduldigen Traders. Der Preis unterschreitet das Low der 3. Kerze und steigt dann leicht zurück (Pullback). Sie steigen beim Retest ein.

Mögliche Retest‑Zonen: Der Preis kann das Low der zweiten Kerze oder sogar das High der dritten Kerze erneut testen. Das ist Ihre Retest‑Zone.

Price‑Action‑Trigger: Eine kleine bärische Kerze (oder ein Doji) bildet sich auf Retest‑Niveau, gefolgt von einem bärischen Schluss. Das ist Ihr Einstiegssignal.

Vorteile: Besseres Chance‑Risiko‑Verhältnis. Ihr Stop‑Loss liegt nahe am Einstieg. Sie haben zwei Bestätigungen (Bruch + Pullback).

Nachteile: Risiko, dass der Preis ohne Pullback weiter steigt. Sie verpassen den Trade.

Stop-Loss, Take-Profit und Risikomanagement

Wo den Stop-Loss platzieren (3 logische Platzierungen)

Oberhalb des Hochs der Formation: Die breiteste Platzierung. Steigt der Preis über das Hoch der zweiten Kerze, ist Ihre bärische These invalidiert. Sie steigen aus.

Nur oberhalb von Kerze 2: Ist die Struktur sehr klar (starker Widerstand direkt darüber oder offensichtlich bärischer Kontext), können Sie den Stop oberhalb der zweiten Kerze enger setzen. Riskanter, aber effizienter.

Volatilitätsbasierter Stop (ATR): Ist der Markt rauschig und wechselhaft, nutzen Sie den ATR (Average True Range). Platzieren Sie den Stop ein ATR über dem Hoch der Formation. So passt sich Ihr Risiko der aktuellen Volatilität an.

Wählen Sie die Platzierung, die zu Ihrem Profil passt. Aggressive Trader akzeptieren weitere Stops. Konservative verkleinern sie.

Wo den Take-Profit platzieren (3 Ansätze)

Unterstützungen und frühere Tiefs: Blicken Sie vor den Abendstern. Wo liegen wichtige Unterstützungen tiefer? Ein altes Tief, eine horizontale Zone? Peilen Sie diese Niveaus als erstes Ziel an.

Ziele per Chance‑Risiko‑Verhältnis: Definieren Sie zuerst Ihr Risiko (Distanz zwischen Einstieg und Stop). Setzen Sie dann den Take‑Profit bei 1,5x, 2x oder 3x dieses Risikos. Beispiel: Sie riskieren 100 €, Sie zielen auf 200 € oder 300 € Gewinn.

Teilausstieg + Trailing‑Stop: Nehmen Sie nicht alles auf einmal mit. Realisieren Sie 50% am ersten Ziel und lassen Sie für die zweite Hälfte einen Trailing‑Stop laufen, um den Abwärtstrend auszureizen.

Diese drei Ansätze lassen sich kombinieren. Eine frühere Unterstützung wird Ihr erstes Ziel (50%), dann nutzen Sie ein Chance‑Risiko‑Verhältnis für den Rest (50%).

Positionsgröße festlegen

Fixes Risiko pro Trade: Legen Sie einen Maximalbetrag fest, den Sie pro Trade zu verlieren bereit sind. Beispiel: 100 €, 1% Ihres Kontos oder 2% für aggressivere Trader.

Berechnen Sie anschließend die Positionsgröße, damit dieses Risiko eingehalten wird. Riskieren Sie 100 € und Ihr Stop‑Loss liegt 50 Pips entfernt — berechnen Sie, wie viele Kontrakte (oder Anteile) dieses Risiko abbilden.

Überexponierung vermeiden (Korrelationen): Handeln Sie mehrere Abendsterne gleichzeitig (auf Bitcoin, Ethereum, Apple etc.), achten Sie darauf, dass Ihr kumuliertes Risiko vernünftig bleibt. Unerwartete Korrelationen zwischen Märkten können Verluste verstärken.

Invalidierung und Fehlsignale: Wann man nicht handeln sollte

Typische Invalidierungsszenarien

Sofortige bullische Erholung: Die dritte Kerze schließt, doch die nächste Kerze steigt bereits kräftig. Das zeigt unzureichende Verkäufer‑Überzeugung. Überspringen Sie dieses Signal.

Kein bärischer Folgeeffekt: Die 2–3 Kerzen nach dem Abendstern sind bullisch oder seitwärts. Der Preis verharrt nahe dem Hoch der Formation. Ein Zeichen, dass die Abwärtsbewegung nicht real ist.

Bullischer Ausbruch über das Hoch der Formation: Ihr Stop‑Loss wird überschritten. Bleiben Sie nicht in der Position. Der Abendstern ist formell invalidiert. Raus.

Märkte und Zeiten mit erhöhtem Risiko

Makro‑Ankündigungen: Vor Arbeitsmarktdaten, Zentralbankentscheidungen oder Unternehmenszahlen kann die Volatilität extrem werden. Ihr Abendstern kann von einer News hinweggefegt werden. Vermeiden Sie Trades in den 30 Minuten davor.

Extreme Volatilität: An manchen Tagen (Crash, nicht fundamentale Rallyes, unerwartete Marktschließungen) sind Kerzen riesig und nicht repräsentativ. Ihre Muster sind verzerrt.

Geringe Liquidität: Bei Altcoins oder dünn gehandelten Aktien kann eine kleine Order den Preis stark bewegen. Ihr Abendstern ist weniger robust, als er scheint.

Wie man den Abendstern mit TradingView findet

Die Trend­erkennung des Tools verstehen

TradingView bietet Scanner oder Alerts für den Abendstern. Sie sollten jedoch die Parameter verstehen, um sie richtig zu nutzen.

Option „SMA50“: Das Tool erkennt den Abendstern nur, wenn der Preis über seinem 50‑Perioden‑GD liegt. Eine einfache Methode, den Aufwärtstrend zu bestätigen.

Option „SMA50 und SMA200“: Das Tool verlangt, dass der Preis über dem SMA 50 liegt und der SMA 50 über dem SMA 200. Strenger, zuverlässiger.

Option „Keine Trenderkennung“: Das Tool akzeptiert den Abendstern überall. Sehr aggressiv und produziert viele Fehlsignale.

Filter passend zu Ihrem Stil einstellen (Scalping, Swing, Long‑Term)

Scalping (Minuten bis Stunden): Nutzen Sie nur SMA50. Sie sind schnell und können nicht auf einen bestätigten SMA200 warten.

Swing‑Trading (Stunden bis Tage): Nutzen Sie SMA50 + SMA200. Gute Balance. Kurzfristiges Rauschen wird reduziert, solide Umkehrbewegungen eingefangen.

Langfristig (Tage bis Wochen): Nutzen Sie SMA50 + SMA200 auf Tages‑ oder Wochencharts. Ein Abendstern im Wochenchart wiegt deutlich schwerer als im Stundenchart.

Best Practices fürs Scannen ohne Überoptimierung

TradingView kann alle Kerzen aller Märkte scannen. Verlockend, aber riskant.

Definieren Sie zuerst Ihr Universum: Welche Märkte interessieren Sie? Die 20 Aktien des CAC 40? Die großen Kryptos? Scannen Sie nur diese.

Kombinieren Sie den Scanner mit Ihrer visuellen Analyse: Folgen Sie Alerts nicht blind. Öffnen Sie den Chart, prüfen Sie Widerstandszonen, Marktstruktur. Der Scanner erleichtert — er entscheidet nicht.

Testen Sie historisch: In TradingView können Sie zurückspulen und sehen, wo Muster signalisiert hätten. So gewinnen Sie Erkenntnisse über die tatsächliche Trefferquote.

Kommentierte Beispiele zum Nachvollziehen

Beispiel 1: Formation am Widerstand (ideales Setup)

Stellen Sie sich Bitcoin im August 2021 vor. Der Preis ist von 30000 auf 50000 € ohne Korrektur gestiegen. Er kreuzt einen alten Widerstand bei 50000 €. Genau dort bildet sich ein Abendstern.

Erste Kerze: bullisch, langer Körper. Zweite Kerze: kleiner Doji. Dritte Kerze: bärisch, Schluss unter der Hälfte der ersten.

Perfekt. Der Abendstern erscheint an einer klaren psychologischen und strukturellen Zone. Ihm geht ein starker Aufwärtstrend voraus. Die Verkäufer greifen genau dort ein, wo sie sollten.

In den folgenden Tagen fällt Bitcoin auf 40000 €. Wer beim Schluss der dritten Kerze verkauft (oder beim Bruch des Lows der 3. Kerze eingestiegen ist), hat diese Bewegung eingefangen.

Beispiel 2: Formation in der Range (Setup vermeiden)

Ethereum pendelt seit 3 Wochen zwischen 1500 und 1700 €. Kein klarer Trend. Ein Abendstern bildet sich.

Sie denken: „Sieht aus wie ein Abendstern, ich verkaufe.“ Schlechte Idee. Es gibt keinen Aufwärtstrend, der gedreht werden kann. Ein unentschlossener Range‑Markt.

Tatsächlich fällt der Preis zunächst auf 1650 €, steigt aber rasch auf 1680 €. Sie werden mit kleinem Verlust ausgestoppt. Der Abendstern war ein Fehlsignal, weil der Kontext fehlte.

Beispiel 3: Formation + Pullback (geduldiger Einstieg)

Apple ist von August bis Oktober 2024 gestiegen (fiktives Beispiel). Im Oktober bildet sich ein Abendstern. Sie steigen nicht sofort ein — Sie warten auf Bestätigung.

Der Preis unterschreitet das Low der dritten Kerze. Bingo, der Bruch ist da. Anschließend steigt der Preis leicht und testet das Low der zweiten Kerze. Eine bärische Kerze entsteht am Testniveau. Das ist Ihr Einstiegssignal.

Hier verkaufen Sie. Ihr Risiko liegt zwischen Einstieg und einem Stop über dem Hoch der Formation. Ihr Risiko ist eng. Der Preis fällt danach um 5%. Schönes Verhältnis.

Beispiel 4: Doji‑Abendstern vs. klassischer Abendstern

Tesla steigt stark. Am Hoch bildet sich ein klassischer Abendstern: bullische Kerze, kleine bärische Kerze, bärische Kerze.

Eine Woche später zeigt Nvidia dieselbe Konfiguration, aber die zweite Kerze ist ein Doji (Eröffnung und Schluss nahezu identisch).

Visuell ist der Doji‑Abendstern bei Nvidia stärker. Er zeigt totale Unentschlossenheit. Das Signal bei Tesla ist solide, das bei Nvidia seltener und zuverlässiger.

Wenn Sie einen auswählen müssten, um Ihr Geld zu riskieren, gibt der Doji mehr Vertrauen.

Vorteile und Grenzen des Abendsterns

Stärken des Musters

Der Abendstern hat sich auf allen Märkten bewährt — Aktien, Krypto, Indizes, Rohstoffe. Ein universelles Muster, das Trader seit Jahrhunderten erkennen (japanische Kerzen stammen aus dem Japan des 18. Jahrhunderts).

Er ist visuell einfach zu erkennen, sobald man ihn ein paar Mal gesehen hat. Keine komplexen Berechnungen, kein Indikatorenlabyrinth. Die 3 Kerzen sprechen für sich.

Er erscheint regelmäßig. Sie müssen nicht Jahre warten. Nach einigen Monaten aktiven Tradings werden Sie mehrere identifizieren.

Strukturelle Grenzen (Wahrscheinlichkeit, Kontext, Timing)

Der Abendstern ist keine Gewinn-Garantie. Selbst ein perfektes Setup kann scheitern. Warum? Der Markt ist probabilistisch, nicht deterministisch.

Ein Abendstern an einem Widerstand, in einem klaren Trend, mit einer starken dritten Kerze hat vielleicht 60% Chance, eine Abwärtsbewegung auszulösen. Besser als Zufall, aber weit weg von 100%.

Die Volatilität ändert sich. News tauchen auf. Korrelationen brechen. Ihr perfektes Signal kann von einer Fed‑Meldung überrollt werden. Das ist die Markt‑Realität.

Wie man die Trefferquote verbessert, ohne zu verkomplizieren

Seien Sie wählerisch bei den Zonen: Akzeptieren Sie einen Abendstern nur, wenn er sich an einem Widerstand, einem psychologischen Niveau oder nach Überdehnung bildet. Meiden Sie isolierte Signale.

Fordern Sie eine Bestätigung: Warten Sie, bis der Preis das Low der dritten Kerze unterschreitet, bevor Sie handeln. Dadurch eliminieren Sie viele Fehlsignale.

Prüfen Sie die Marktstruktur: War der Aufwärtstrend vor dem Abendstern wirklich klar? Ziehen Sie eine Linie durch die Tiefs. Steigen sie an? Wenn nein, weiter suchen.

Starten Sie mit kleiner Positionsgröße: Handeln Sie Ihr erstes Abendstern‑Setup kleiner, um zu lernen. Erhöhen Sie erst mit wachsender Erfahrung und bestätigter Trefferquote.

FAQ zum Abendstern

Funktioniert der Abendstern auf allen Zeiteinheiten?

Jein. Das Muster ist auf allen Timeframes gültig — 1 Minute, 5 Minuten, 1 Stunde, 1 Tag, 1 Woche. Aber je höher der Zeitrahmen, desto stärker das Signal.

Ein Abendstern im Tageschart wiegt deutlich schwerer als im Stundenchart. Warum? Er repräsentiert 3 Handelstage, nicht 3 Stunden.

Langfristige Trader (Swing, Position) sollten Tages- oder Wochencharts bevorzugen. Scalper können intraday handeln, jedoch mit geringerer Erwartung an die Trefferquote.

Ist auf der 2. Kerze zwingend ein Gap erforderlich?

Nein. Ein Gap verstärkt das Muster, ist aber nicht obligatorisch. Die zweite Kerze kann an der Schließung der ersten eröffnen oder leicht höher.

Wichtig ist, dass die zweite Kerze einen kleinen Körper hat und unter ihrer Eröffnung schließt (oder anderweitig Unentschlossenheit zeigt). Hat sie ein Gap — umso besser. Wenn nicht — nicht tragisch.

Kann man die Formation ohne Indikatoren handeln?

Absolut. Japanische Kerzen sind selbsterklärend. Die Struktur der 3 Kerzen spricht für sich. Sie brauchen keine technischen Indikatoren.

Wenn Sie welche nutzen (RSI, MACD, Gleitende Durchschnitte), dann als zusätzliche Bestätigung, nicht als Bedingung. Viele erfahrene Trader achten nur auf Kerzen und Marktstruktur.

Welcher Stop-Loss ist für dieses Muster am robustesten?

Am robustesten ist der Stop oberhalb des Hochs der Formation (in der Regel das Hoch der zweiten Kerze). Logisch: Steigt der Preis darüber, ist der Abendstern invalidiert — Ihre These ist falsch.

Das liefert langfristig auch die höchste Trefferquote, selbst wenn der Stop etwas weiter ist als andere Optionen.

Was ist der Unterschied zwischen Doji-Abendstern und Verwaistem Baby?

Doji‑Abendstern: Die zweite Kerze ist ein Doji (Eröffnung = Schluss) mit zwei Schatten. Gaps zwischen den Kerzen sind optional.

Verwaistes Baby: Ein Abendstern, bei dem Gaps obligatorisch sind. Die zweite Kerze (ein Doji) hat ein Gap nach oben zur ersten und ein Gap nach unten zur dritten. Eine sehr präzise Konfiguration.

Das Verwaiste Baby ist seltener, aber stärker. Der Doji‑Abendstern ist häufiger. Beide sind zuverlässige bärische Umkehrmuster.

Fazit

Der Abendstern ist eines der zugänglichsten und zuverlässigsten Chartmuster der Technischen Analyse. Er besteht aus 3 klar unterscheidbaren japanischen Kerzen und signalisiert einen Wandel in der Marktpsychologie: von der Dominanz der Käufer hin zur Dominanz der Verkäufer.

Doch wie jedes Trading‑Werkzeug hängt seine Wirksamkeit vom Kontext ab. Ein isolierter Abendstern, fern jeder Widerstandszone, in einem Range‑Markt? Fehlsignal. Dieselbe Formation an einer klaren Umkehrzone, nach einem echten Aufwärtstrend? Solides Setup.

Ihr Erfolg beruht auf drei einfachen Prinzipien: Suchen Sie einen etablierten Aufwärtstrend, warten Sie auf eine glaubwürdige Umkehrzone, prüfen Sie die Qualität der 3 Kerzen. Anschließend managen Sie Ihr Risiko rigoros. Definieren Sie Ihren Stop‑Loss vor dem Einstieg. Dimensionieren Sie Ihre Position so, dass Sie den Verlust gelassen akzeptieren können.

Der Abendstern ist keine „Goldesel‑Maschine“. Kein Muster ist das. Aber er ist ein starkes Werkzeug, um wahrscheinliche bärische Umkehrpunkte zu identifizieren. Nutzen Sie ihn mit Demut, Strenge und Disziplin — so bauen Sie eine dauerhafte, rentable Trading‑Strategie auf.

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